Wenn Pflanzen wachsen

Was ist eigentlich Wachstum?

Die Sache mit dem Wachstum

Das Wachstum von Pflanzen ist wohl die auffälligste Naturerscheinung und hat den Menschen von jeher beschäftigt.

Aber was sind die Bedingungen für Wachstum? In welcher Geschwindigkeit erfolgt es? Kann man es beschleunigen und wenn ja, ist das überhaupt sinnvoll? Und was ist überhaupt Wachstum?

Wachstum ist dann gegeben, wenn Pflanzen größer und breiter werden, wenn sie, wie bei Tieren und Menschen zu beobachten, sichtbar zunehmen. Ausgelöst wird das durch die Bildung von neuen Zellen und das Größer werden von schon vorhandenen.

Wer hat sich damit Beschäftigt?

Der griechische Philosoph Aristoteles (384–322 v. Chr.), ein großartiger Beobachter der Natur, begründete die Humustheorie, nach der sich eine Pflanze von Humusstoffen ernährt, die sie mit ihren Wurzeln aus dem Boden aufnimmt. Die Fruchtbarkeit eines Bodens wurde gleichgesetzt mit einem bestimmten Humusgehalt. Nach dem Absterben werden die Pflanzen wieder zu Humus, so würde ein ewiger Kreislauf in Gang gehalten. Das war schon mal nicht schlecht gedacht, aber die Wirklichkeit war – wie in vielen Fällen – komplizierter als angenommen. Um genau bestimmen zu können, was Pflanzen denn so „essen“, um ihr Wachstum anzukurbeln, fehlte ein chemisches Verständnis darüber, was sie aufnahmen und was sie ausschieden.

Später war dann er da!

Mineralischer Dünger

Justus von Liebig verhalf knapp vor der Mitte des 19. Jahrhunderts der Mineralstofftheorie zum Durchbruch. Sie hatte einen interessanten Ansatz: Durch analytische Methoden wurden hierbei nicht die einzelnen Bodensubstanzen aufgeschlüsselt, sondern jene Elemente, aus denen die Pflanze besteht: Kohlenstoff, Phosphor, Stickstoff, Schwefel etc. Dabei wies der Chemiker nach, dass Pflanzen ihre Nährstoffe in mineralischer Form aufnehmen – deshalb Mineralstofftheorie. Er dachte weiter: Wenn Pflanzen aus diesen Elementen bestehen, dann sind das auch jene, die ihr Wachstum befördern. Wenn diese Bestandteile dem Boden entzogen werden, müsste man sie auf Dauer gesehen auch wieder ersetzen. Und schon war die Agrikulturchemie geboren, die Düngung.

Dünger Streuer

Aber welche Bedeutung hatten dabei die Bestandteile der Luft, insbesondere der Luftstickstoff und der Kohlenstoffdioxidgehalt? Die Wissenschaft tat sich schwer. Erst nach und nach und anhand von vielen Experimenten zeigte sich, dass Pflanzen im Gegensatz zu Menschen nicht aktiv Sauerstoff einatmen, sondern über die Blattunterseite das Gas Kohlendioxid (CO2) aufnehmen, eine Verbindung aus Kohlenstoff und Sauerstoff, eine letztlich energiearme Verbindung, die in der Umwelt eher als Abfallprodukt von Verbrennungsprozessen zu finden ist.

So kam man der Fotosynthese auf die Spur, ein grundlegender Prozess der Stoff- und Energieumwandlung bei Pflanzen, wobei die Ausgangsstoffe das über die Wurzeln aufgenommene Wasser und das über die Blätter aufgenommene Kohlendioxid der Luft sind. Als Produkte entstehen in den grünen Blättern Kohlenhydrate (Glucose) und Sauerstoff, wobei der Sauerstoff über die Blätter an die Umgebung abgegeben wird. Gute Luft für uns.

Heute ist bekannt, dass das Pflanzenwachstum von insgesamt sechs Faktoren beeinflusst wird, die eng miteinander verknüpft sind:

 

  1. Nährstoffe
  2. Wasserversorgung
  3. Sauerstoff und Kohlendioxid
  4. Temperatur
  5. Lichtintensität
  6. Luftfeuchtigkeit

Beim nächsten Mal geht es um die Nährstoffe

bis dahin viele Grüße vom Pflanzenarzt

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