Rasenpflege

 

Rasen, Wiesen, Grünflächen

 


 

  • Rasen

– Pflegemaßnahmen:

  • Mähen
  • Düngen
  • Wässern
  • Vertikutieren
  • Lüften
  • Unkraut und Moos beseitigen

 

  • Rasen mähen

Regelmäßiges Mähen fördert die Dichte des Rasens. Die Gräser bilden neue Seitentriebe, neue Blätter und Ausläufer, nicht schnitt verträgliche Wildkräuter werden unterdrückt und sterben ab. Schnitthöhe zwischen 3,5 und 5 cm einhalten (im Schatten nicht unter 4,5 cm) — je tiefer Wir schneiden, desto empfindlicher werden die Gräser und umso mehr, Unkräuter können sich im Rasen ausbreiten. Die Natur sorgt dann für die Artenvielfalt im Rasen.

  • Mulchen: hierbei verbleibt das Schnittgut auf der Rasenfläche, das Schnittgut soll durch Bodenorganismen mineralisiert werden und die enthaltenen Nährstoffe sollen dann den Gräsern wieder als Nahrung zur Verfügung stehen.
  • – erspart die oft teure Entsorgung des Schnittgutes
  • – wichtig: geeigneter Mulchmäher und richtige Bedingungen:
  • – der Rasen sollte möglichst trocken sein (bei feuchtem Rasen, Schnittgut lieber aufsammeln)
  • – der Rasen darf nicht zu lang sein, es muss häufiger als üblich gemäht werden (2 mal pro Woche in der Hauptwachstumszeit)
  • – das Schnittgut darf nicht verklumpen und muss gleichmäßig auf der Fläche verteilt sein
  • – das Schnittgut muss mineralisiert werden und darf sich nicht an der Bodenoberfläche als undurchlässiger Rasenfilz anreichern
  • Rasen düngen

Nährstoffmangel erkennbar an der nachlassenden Färbung (er wird Gelb) und am geringen Wachstum

 Rasengräser benötigen eine ganz spezielle Zusammenstellung an Nährstoffen:

  • Stickstoff (N): lässt das Gras wachsen, gilt als Wachstumsmotor; trägt zur besseren Grünfärbung bei
  • Phosphor (P): fördert das Wurzelwachstum; ist der Energieträger
  • Kalium (K): stärkt die Belastbarkeit der Pflanzen; stärkt die Gräser gegen Trockenheit, Kälte, Krankheiten

speziellen Rasenlangzeitdünger: enthalten die Nährstoffe im richtigen Verhältnis, verbrennen bei richtiger Dosierung den Rasen nicht, wirken lang anhaltend, machen den Rasen dicht und verhindern die Nährstoffauswaschung

Blaukorn: für die Belange des Rasens eine falsche Nährstoffzusammensetzung; wirkt zu schnell und der Düngeeffekt ist nur von kurzer Dauer; regt in erster Linie das Höhenwachstum an und der Rasen produziert eine Unmenge an Schnittgut; bei Regen Gefahr der Nitratauswaschung und somit einer Verschmutzung des Grundwassers.

Rein organische Dünger: besitzen oft einen geringen Nährstoffgehalt was aber oft kein Problem für unsere Hausgärten darstellt. Auf eine Extra-Portion Kali sollte geachtet werden. 

  • Zeitpunkt:

Reine Zierrasenflächen ohne Belastung werden zwei bis dreimal pro Jahr gedüngt. Die erste Düngung mit einem Langzeitdünger erfolgt zum im Frühjahr (Mitte April), die zweite Düngung im Juli und ggf. die Dritte im August – September.

Belasteter Rasen wird in aller Regel dreimal im Jahr mit Langzeitdünger gedüngt. Mögliche Zeiträume sind April, Juni und August. Je stärker die Nutzung und je höher der Verschleiß der Gräser ist, desto mehr Nährstoffe werden zum Auswachsen, der Schäden benötigt. Eine vierte Düngung im Oktober mit einem speziellen Dünger mit Kalium hilft dem Rasen besser über den Winter.

Im Schatten von Bäumen wachsende Gräser benötigen mindestens eine dreimalige Düngung im Jahr, da die Bäume dem Boden ebenfalls Nährstoffe entziehen.

 

  • Rasen wässern

Ohne Wasser wird der Rasen gelb und die Gräser sterben ab

Wasserbedarf des Rasens hängt wesentlich von den Temperatur- und Bodenverhältnissen ab

Bei Trockenheit wird der Rasen ein- bis zweimal pro Woche gründlich beregnet.  Der Boden wird, am besten abends und möglichst über die gesamte Rasenfläche, Wurzeltief durchfeuchtet, damit auch die Wurzeln in tieferen Bodenschichten erreicht werden. Bei zu geringen Wassergaben vertrocknen sie und das Wurzelwerk verflacht.

  • – Gräser unter Bäumen benötigen häufiger Wasser

 

  • Rasen vertikutieren

nötig bei Rasenfilz (liegengebliebenes, nicht kompostierbares Schnittgut) — Folge: Luftaustausch sowie Wasser- und Dünger Zufuhr werden behindert oder ganz unterbunden — Wurzeln verflachen, Rasenkrankheiten breiten sich aus

  • Zeitpunkt:

Grundsätzlich mindestens einmal pro Jahr im März/April. Im August/September können durch zusätzliches Vertikutieren noch flach wachsende Unkräuter wie Ehrenpreis (Veronica) entfernt werden. Rasenfläche und Boden sind an der Oberfläche abgetrocknet.

Auch wenn der Rasen nach dem Vertikutieren ramponiert aussieht, ist das kein Grund zur Sorge. Kleinere Löcher schließen sich, unterstützt durch die nachfolgende Düngung, von selbst. In größere Lücken nachsähen.

Alle Vertikutiergeräte sind mit scharfen Messern ausgestattet: Darauf achten, dass die Messer leicht den Boden berühren, ihn aber nicht aufschlitzen. Auf jeden Fall soll nur der Filz entfernt werden, Bodenbearbeitung ist hier nicht angesagt. Zu tiefes Vertikutieren schädigt die Rasenwurzeln und verschleißt das Gerät enorm.

Das Vertikutiergut muss danach von der Fläche entfernt werden.

 

  • Rasen lüften

ergänzt die Rasenpflege

Beim Lüften kämmen rotierende Federn den Zwischenraum zwischen den Rasenpflanzen durch,  Nährstoffe und Wasser gelangen besser an die Rasenwurzeln

  • Zeitpunkt: vor dem Düngen und während der Sommersaison, wenn der Rasen Wasser benötigt
  • Moose und Unkraut im Rasen
  • Auswahl des richtigen Saatguts ist  wichtig

Moos: von zu tiefem Mähen oder bei Nährstoffmangel. Ändern der Schnitthöhe und Düngen

Moos: ungeeigneter Boden oder zu schattige Lage, gezielte Düngung, Bodenverbesserung z. B. durch Drainage und Nachsaat einer Schatten-verträglichen Rasenmischung

Unkraut: besonders auf lückigen und zu wenig oder mit ungeeigneten Düngern gedüngten Rasenflächen —- richtig düngen, nachsähen, regelmäßig mähen, Unkräuter mit einem Messer oder Unkraut Stecher entfernen

 

  • Welcher Rasen ist der richtige?

Entscheidend: wie soll die Rasenfläche genutzt werden?

– unkomplizierter und belastbarer Rasen am Haus zum darauf Laufen, Spielen und Liegen Rasengräser Deutsches Weidelgras, Wiesenrispe, Rotschwingel und Lägerrispe

Zierrasen, der wenig belastet wird: Rasengräser Rotschwingel, Wiesenrispe, Lägerrispe und Zarte Kammschwiele

 

Rasen neu anlegen

  • Bodenvorbereitung:

schweren (lehmigen) Boden durch Einmischen von Sand durchlässiger für Luft und Wasser machen

Sehr sandige Böden durch Beigabe eines gut umgesetzten Grünkompostes vom örtlichem Kompostwerk (keine Rinden Produkte verwenden!) verbessern speichern Nährstoffe und Wasser besser

Nach der tiefen Bodenbearbeitung Boden über einige Wochen absetzen lassen, kann bei trockenem Boden durch Walzen mit einer leichten Walze beschleunigt werden

feinkrümeliges Saatbett anlegen: die obersten 3-4 cm von Steinen, Wurzelwerk oder anderen groben Teilen befreit und fein krümeln

Gründüngung mit Leguminosen und anderen Kräutern (z.B. Phacelia), die den Boden sehr tief auflockern und wertvolle organische Substanz und Nährstoffe liefern

  • Saatgut:

    – wichtigster Faktor für einen schönen Rasen

– gute Rasenmischungen enthalten speziell für die Rasennutzung gezüchtete Gräser, sind teurer als Mischungen mit billigen Gräsern, aber auf jeden Fall ihr Geld wert

– Vollmundig klingende Namen wie „Berliner Tiergarten, Englischer Rasen, Teppichrasen, Fürst Pückler, sind keine Gewähr für gute Rasenmischungen

– Aussaat:

    – Zeitpunkt: Herbst
    – Rasensaatgut keimt ab einer Bodentemperatur von mindestens 10°C optimal

– vorsichtig dosieren,
20 bis 25 g/m² Saatgutmenge meist ausreichend: bei zu viel Saatgut behindern sich die Gräser gegenseitig in der Entwicklung und es kommt sehr häufig zu Pilzkrankheiten, die die Gräser zerstören
– Gräser brauchen bei der Aussaat Dünger mit viel Phosphor, Starter Dünger

– nach dem Ausbringen von Saatgut und Dünger wird die gesamte Fläche mit einem Rechen abgezogen — Saatgut wird bis ca. 1 cm Tiefe im Boden eingeigelt und hat besten Bodenkontakt

– in den ersten 3 bis 4 Wochen nach der Aussaat ist eine geregelte Wasserversorgung entscheidend für den Erfolg; empfindliche Rasenkeimlinge dürfen nicht austrocknen — bei trockener Witterung vier- bis fünfmal täglich für ca. zehn Minuten beregnen

– erster Schnitt:

    – wenn Gras 8 bis 10 cm hoch gewachsen ist, nicht tiefer als 5 cm schneiden
    – Schnittgut aufsammeln

– besonders auf scharfe Messer achten — stumpfe Messer reißen eventuell die noch nicht fest verwurzelten Gräser aus dem Boden

 


 

4 Kommentare
  1. helga
    helga sagte:

    Tja, Rasenpflege wird Ende Winter sehr aktuell! Düngen, lüften, vertikutieren – so viel muss man ja schaffen, bevor die Wärme eintritt! Die Tipps kommen zur rechten Zeit!

    Antworten
  2. Emma
    Emma sagte:

    Bei der Grünflächenpflege setze ich gern darauf, dass verschiedene Pflanzen nebeneinander gepflanzt werden. So kann es nicht zu monokulturell bedingten Schäden kommen. Die Vielfalt, auch im Garten, ist mir schon wichtig, wenngleich ein grüner Rasen sehr hübsch aussieht, sollte er sich stimmig in den Rest fügen.

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  3. Lena
    Lena sagte:

    Vielen Dank für diese interessante Übersicht zum Thema Rasenpflege. Ich wusste gar nicht, dass man durch Rasenmähen die Dichte des Rasens verbessern kann. Mein Mann möchte unseren Garten nach dem Winter wieder auf Vordermann bringen und wir überlegen gemeinsam, wie man dem Rasen neuen Glanz verleihen kann.

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  4. Laura Heimisch
    Laura Heimisch sagte:

    Guten Tag.Ich war auf der Suche nach Tipps über Rasenpflege und bin auf Ihre Seite gestoßen. Mein Rasen sieht nie so schön aus, wie ich es möchte und frage mich, was mit dem Wässern nicht geht. Vielleicht mache ich das zu selten, aber die Idee, abends wurzeltief durchzufeuchten klingt gut. Ich werde das sicherlich versuchen. Danke

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