Nimmt der Weihnachtsbaum doch mehr Wasser auf als gedacht

Hallo Liebe Pflanzenfreunde,

heute möchte ich mich einer Email widmen, die ich aufgrund meines letzten Blog Beitrages bekommen habe.

Lieber Pflanzenarzt,

dass der einmal geschlagene Weihnachtsbaum kein Wasser mehr aufnahmen kann, das kann nicht stimmen. Wir haben seit etlichen Jahren immer über 4 m hohe Nordmannstannen, die meist erst am 23. Dezember geschlagen wurden. In den ersten Tagen „saufen“ die immer bis zu 2 l/Tag (anfangs Wasser mit Glyzerin). Nach wenigen Tagen reduziert sich das auf unter 1 l/Tag und meist Ende Januar bis Mitte Februar reduziert sich das soweit, dass ich das Gie8en dann einstelle. Die Bäume stehen dann mindestens bis Ende Januar und einmal bis in den März, bis sie anfangen  zu nadeln. Weihnachten 2009 hatten wir den Extremfall. Ende Januar fing der Baum an zu blühen und kurz darauf bekam er neue Triebe. Letztes Jahr hatten wir schon wieder neue Triebe (aber keine Blüten). Ich versuche ein Bild vom 11. Februar 2010 anzuhängen und würde mich auf eine Antwort freuen.


Seit 20 Jahren haben wir jedes Jahr eine Nordmanntanne, die wir leider nicht frisch schlagen können. Am Vortag des Heiligen Abend wird die Nordmanntanne in die Weihnachtsstube gebracht und mit der ganzen Familie geschmückt. Wobei meine Aufgabe darin besteht die Tanne aufzustellen. Damit die Tanne bis zum 6. Januar frisch bleibt und Nadeln nicht im ganzen Haus verteilt werden habe ich natürlich im Internet recherchiert und Kollegen gefragt wie diese es handhaben. Im Ständer mit Wasservorrat und die Nadeln eingesprüht damit hatte ich die beste Haltbarkeit erreicht. Meine Bäume haben nie so viel Wasser aufgenommen. Wenn aber der Baum frisch geschlagen wird bei Temperaturen über den Gefrierpunkt, kann der Baum über die Schnittstelle einige Zeit Wasser über die Transportröhrchen im Splintholz aufnehmen. Das Transportieren von Wasser und Nährsalzen aus den Wurzeln bis zum Wipfel in Höhen von bis zu 100 Metern stellt eine Meisterleistung der Bäume dar. Die Transportröhrchen (Kapillaren) im Splintholz sind so dünn, dass eine Kapillarwirkung entsteht.
Bei Verletzungen der Rinde oder im jungen Holz, sondert der Baum als Schutzmaßnahme zum Wundverschluss ein Harz ab. Diese zähe und klebrige Flüssigkeit verklebt die Transportröhrchen und der Baum kann kein Wasser mehr aufnehmen. Durch anschneiden der alten Schnittstelle kann man eventuell entgegenwirken, habe damit noch keine Erfahrung gemacht. Ein qualitativ Hochwertiger Weihnachtsbaum hat so viele Reservestoffe eingelagert das er Austreiben kann. Was ich persönlich noch nie gesehen habe aber man lernt nie aus was uns das Bild ja zeigt. Dafür nochmal Danke. Ich werde jedenfalls versuchen einen frisch geschlagenen Weihnachtsbaum zu kaufen. Oder einfach mit meiner Familie selbst einen Baum schlagen, mal sehen ob dieser auch austreibt in unserer Weihnachtsstube.

Ich wünsche Euch allen eine besinnliche Weihnachtszeit

Zum Abschluss noch unsere Weihnachtsstube 2015

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