Nicht gern gesehen, die Blutläuse im Apfelbaum

Hallo liebe Gartenfreunde,

Heute sind mir ganz besondere Tierchen begegnet. An den Schnittstellen vom Vorjahr und jungen Trieben an einem Apfelbaum. Weiße, watteartige, klebrige Beläge. Unter Wachsausscheidungen verbergen sich ganze Großfamilien bräunlicher Läuse. Zerdrückt, tritt eine blutrote Körperflüssigkeit aus, die den Namen Blutlaus erklärt. Eingeschleppt aus Nordamerika zum Ende des 18. Jahrhunderts. Heute findet man sie an vielen Apfelbäumen.


Die Blutlaus befällt viele Apfelsorten, bevorzugt aber typische Gartensorten wie Boskoop, Klarapfel, Gloster, und Cox Orange.

Die Läuse versammeln an alten Schnittstellen, jungen Trieben, und saugen dort den Pflanzensaft. Ihr Speichel sorgt dafür dass die Rinde wuchert und es entsteht Obstbaumkrebs. Der Krebs öffnet pilzlichen Krankheitserregern wie zum Beispiel dem Rotpustelpilz die Türen. Bei starkem Befall verkümmern Triebe und Früchte, die Bäume leiden und werden frostempfindlicher und nicht selten sterben sie. Ältere Bäume sind besonders anfällig.


Hartnäckiger Schädling

Blutläuse sind hartnäckige Schädlinge, die sich nicht leicht vertreiben lassen. Frostige Wintertage bis zu –25° Celsius überdauern die Läuse im Wurzelbereich. Bei milden Wintern überdauern sie am Holz. Eine Bekämpfung der Läuse ist sehr schwierig. Die Läuse können abgebürstet oder mit Wasser abgespült werden. Biologische Mittel sind kaum wirksam. Eine Austriebs Spritzung mit Paraffinöl kann helfen. Die Läuse verstecken sich unter ihrer Wachsschicht und in der Rinde. Am besten spritzt man das Paraffinöl mit hohen Druck und mit warmen Wasser. Um möglichst viele Nester zu treffen.

Die Läuse können sich explosionsartig vermehren. Bis zu 10 Generationen können sich pro Jahr entwickeln. Jede Laus ist eine Gebärmaschine bis zu 150 Nachkommen bringen sie hervor. Im Sommer entwickeln sich geflügelte Läuse, die sich dann auf entfernte Bäume verteilen. Helfen kann aber auch ein anderes Insekt, ein sogenannter Nützling wie die Blutlauszehrwespe. Dieses kleine Insekt legt ein Ei in die Laus und die daraus schlüpfende Larve ernährt sich von der Blutlaus die sich dann schwarz verfärbt und abgestorben ist.


Also Vorsicht auch in Eurem Garten

Auch Euer Garten bleibt nicht von Blutläusen verschont. Hier ist der Schutz der Nützlings-Polizei ein wichtiger Faktor. Die Blutlauszehrwespe, Marienkäfer, Ohrwürmer, Larven der Schwebfliegen und Florfliegen gehören zu den natürlichen Feinden der Blutlaus. Leimringe verhindern das hochwandern der Blutläuse die am Wurzelwerk überwinterten, stark befallenem Triebe abschneiden, denn dort vermehren sich die Läuse im nächsten Frühjahr wieder.

So nun kontrollier mal Eure Apfelbäume, bin gespannt ob Ihr was entdecken könnt.

Warte gespannt auf Eure Ergebnisse. Viele Grüße aus Börßum Euer Pflanzenarzt

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