Kali – ein wichtiger Nährstoff für die Pflanzen

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Die Frage war, Kali-Magnesium ist ja ein Salz, sollte man bei Moorbeetpflanzen etwas Anderes nehmen und wenn ja, was? Im Kleingarten sind die Nährstoffe Phosphor, Kalium und Magnesium (außer N) im Boden meist ausreichend verfügbar.

Erstmal etwas Grundlegendes zum Kali und am Ende wird die Frage wohl beantwortet sein.

Kalium in der Pflanze

Die Pflanze nimmt Kalium in Wasser gelöst auf und filtert dieses aus der Bodenlösung nur als Kalium-Ion. Um der Pflanze also Kalium zuzuführen, wird Wasser benötigt, denn somit ist es sehr gut in der Pflanze beweglich. Kalium ist für die Pflanze unerlässlich, da es die vielfältigsten Aufgaben im Stoffwechsel der Pflanze beeinflusst.

Funktionen von Kalium in der Pflanze:

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Kali beeinflusst die Fotosynthese Leistung und wirkt direkt auf die Chloroplasten ein (das sind die Organellen der pflanzlichen Zellen, die Fotosynthese betreiben) und indirekt über die Beeinflussung des Schließmechanismus der Stomata (Spaltöffnungen für den Gasaustausch zuständig). Weiterhin ist das Kalium zuständig für den Stoffwechsel der Pflanze und aktiviert mehr als 50 beteiligte Enzyme. Verbessert im Gesamten die Wasserversorgung innerhalb der Pflanze, mindert Trockenstress, verbessert die Bildung von Kohlenhydraten wie Zucker und Stärke und ermöglicht den Transport und die Einlagerung von Kohlenhydraten aus den Blättern in Speicherorgane (Kartoffel, Rüben, etc.).

Dadurch ist es möglich die Erntequalität durch höhere Eiweiß- und Vitamingehalte zu steigern und wirkt fördernd auf den Geschmack von Obst und Gemüse. Auch die Anatomie der Pflanze wird durch Kalium gefördert, sodass die Ausbildung des Stützgewebes unterstützt wird und macht stabile Pflanzen. Weiterhin die Lagerfähigkeit verbessert und die Anfälligkeit gegenüber Krankheiten (z.B. Pilze) verringert. Im Großen und Ganzen erhöht sich die natürliche Widerstandskraft der Pflanzen gegen Krankheiten, Schädlinge und Frost.

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Kalium-Mangelsymptome

Kali Mangel am Wein

Zuerst ist der Kaliummangel an den älteren Blättern erkennbar, da es sehr gut im Phloem (Leitungsbahnen) beweglich ist.

Symptome sind:

  • Blätter sind schlaff und hängen herunter.
  • Die ganze Pflanze wirkt schlaff und welk, man spricht von „Welketracht“.
  • Vom Rand her beginnend werden die Blätter immer hellgrüner
  • Später treten an Blattrand-, Blattspitzen- und Interkostal Nekrosen auf
  • Es kommt zu Wachstumsverzögerungen
  • Die Blätter bleiben klein und sitzen fest am Zweig (Obstbau)
  • Es kommt zu einer verminderten Verholzung der Zellwände, was die Gefahr zu Frostschäden und die Anfälligkeit gegenüber Pilzinfektionen ist erhöht

Die Kalidünger unterscheiden sich in ihrer Bindungsform, denn es gibt Kaliumchlorid und Kaliumsulfat. Empfindliche Kulturen vertragen zum Beispiel keine Chlorid haltigen Dünger. Daher werden dort vorwiegend Kaliumsulfate eingesetzt. Wie zum Beispiel: Patentkali oder Kalimagnesia, denn diese sind das Gleiche.

Kaliumsulfat mit Magnesium 30

Das Gemisch:

30 %      K2O wasserlösliches Kaliumoxid

10 %      MgO wasserlösliches Magnesiumoxid

42,5 % SO3 wasserlösliches Schwefeltrioxid

10-25g pro m² nach Bodenprobe

Kurzbeschreibung

Patentkali ist ein Kalium-Spezialdünger mit hohen Gehalt an Magnesium und Schwefel. Die Nährstoffe liegen in sulfatischer Form vor, sind wasserlöslich und damit für die Pflanze sofort verfügbar. Patentkali wirkt unabhängig vom pH-Wert des Bodens und ist daher an allen Standorten einsetzbar, somit auch bei Moorbeetpflanzen. Allerdings wäscht sich dieser aus sandigen Böden schnell aus.

Thomaskali

Das Gemisch:

8 % P2O5 Phosphorpentoxid

15 % K2O wasserlösliches Kaliumoxid

6 % MgO wasserlösliches Magnesiumoxid

Thomaskali ist ein Kali- und Phosphatdünger für saure Sandböden, denn die 14 % Calciumoxid im Dünger heben den pH-Wert. Thomaskali muss erst von den Bodenorganismen oder Pflanzenwurzeln verarbeitet werden, damit er wirken kann. Ausstreuen im Spätherbst oder Frühjahr ist abhängig vom Boden, aber wichtig ist, dass die Nährstoffe im Frühjahr zur Verfügung stehen. Auswaschung ist bei Thomaskali trotz Sandboden wegen der Schwerlöslichkeit kein Problem. Schädliches Chlorid und Natrium sind hierbei gering enthalten.

Auf Lehmböden oder gar Tonböden ist Thomaskali völlig ungeeignet, dort entfaltet er praktisch keine Wirkung. Die schwerlöslichen Phosphate und Kalikomplexe sind im Lehmboden meistens ausreichend vorhanden und müssen dort meist im Haus und Kleingarten reduziert werden, denn es besteht die Gefahr von Überdüngung.

Übrigens! Der Mensch benötigt 2-3g Kalium täglich und wird hauptsächlich durch pflanzliche Lebensmittel aufgenommen.

Das soll nun für heute erstmal reichen, bis zum nächsten Mal!

Euer Pflanzenarzt

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