Heute schon an Morgen denken.


Ich hoffe, ihr hattet auch ein sonniges Wochenende und konntet etwas im Garten schaffen. Ich habe jedenfalls das schöne Wetter genutzt 1und Stecklinge von Rosen und Weigelie gemacht.

Im Frühjahr haben wir viele Pflanzen durch Samen vermehrt, was generative Vermehrung genannt wird. Somit entsteht immer eine neue Generation von Pflanzen, die eigene Erbanlagen besitzen.

Heute habe ich Stecklinge von meiner gelbblühenden Weigelie und einer gefüllten Rosa rugosa geschnitten und in Töpfe gesteckt. Diese Methode wird vegetative Vermehrung genannt. Dabei kann man einen Trieb, ein Triebstück oder ein Wurzelstück von der Mutterpflanze entnehmen und in Erde setzen. So wachsen dann neue Pflanzen mit den gleichen Erbanlagen an. Wichtig ist natürlich, gesundes Pflanzenmaterial zu nutzen, denn Krankheiten könnten so vermehrt werden.

Ich schneide ausgereifte aber nicht verholzte Kopfstecklinge von der Triebspitze der Pflanzen ab.

2Je nach Pflanzenart lasse ich zwei bis drei Blattpaare oder auch mehr stehen. An der Mutterpflanze schneide ich den Steckling dicht über der Blattachse (Nodium) ab, an dem ein oder mehrere Blätter ansetzen, auch Knoten genannt. Kurz vor dem Stecken kürze ich die Stecklinge ein, indem ich das Internodium vor dem Nodium entferne. Zwischen den Blattachsen (Nodium) befindet sich das Internodium. Das ist das Teil, das keine Blätter trägt. Ihr seht es auf dem Bild linksseitig, wo ich das Messer ansetze.

 

Nur am Nodium kann sich Kallus bilden, das ist die Vorstufe der Wurzeln. Lasse ich zu viel Internodien dran, kann der Steckling faulen und wächst nicht an. Die unteren Blattpaare werden entfernt um die Verdunstungsfläche so gering wie möglich zu halten. Bei einigen Pflanzenarten können die Blattflächen halbiert werden. Zum Beispiel beim Rhododendron.

I3ch pflanze meine Stecklinge in eine selbstgemischte Stecklingserde; das habe ich mir von den Bonsaifreunden abgeschaut. Ein Teil torffreie Erde und drei Teile Gesteinserde (Bims, Lava und Zeolith). Dieses Gemisch wird feucht in Töpfe gefüllt und angedrückt.

Mit einem Steckholz werden Löcher gedrückt und die Pflanzenteile gesteckt und angedrückt. Wichtig ist, dass der Steckling fest sitzt. So, jetzt noch kräftig angießen.

In den ersten Tagen müssen die Stecklinge vor starker Sonneneinstrahlung geschützt werden – sie dürfen niemals austrocknen. Ich muss meine Pflanzen regelmäßig auf welke oder faule Blätter kontrollieren und ggf. entfernen, um Pilzkrankheiten vorzubeugen. Wenn meine Pflanzen Wurzel gemacht haben, muss ich die jungen Pflanzen in diesem Jahr vor zu starken Frösten schützen. Im nächstem Jahr aber werden es vollwertige Pflanzen für meinen Garten. Übrigens gibt es wenige Pflanzen, die nicht auf diese Weise vermehrt werden können. Versucht es doch auch einmal. Übung macht den Meister.

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Also euch allen einen grünen Daumen und bis nächste Woche. Euer Pflanzenarzt


Über Pflanzenarzt

Milch gegen Mehltau, Rainfarn gegen Läuse oder Neem gegen Raupen - wo andere die Giftspritze einsetzen würden, empfiehlt Pflanzenarzt Rene Wadas biologische Mittel. Wenn Schädlinge, Ungeziefer und Krankheiten den grünen Lieblingen der Gartenbesitzer zu schaffen machen, dann kommt Pflanzenarzt Rene Wadas zum Hausbesuch. Sein Motto: natürlich gärtnern. In seiner grünen Arzttasche findet er fast immer eine biologische und naturnahe Lösung, ganz ohne Gift und Chemie.

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