Gründünger macht müde Böden munter


Kennt Ihr das auch? Man fühlt sich schlapp, müde und antriebslos. So kann es auch unserem Gartenboden gehen. Ausgelaugt von stark zehrenden Pflanzen, vom Wind verweht, vom Regen ausgewaschen. Es ist Zeit etwas zurück zu geben.

Gründüngung mit Pflanzenspezialisten.

Zu diesen Pflanzen gehören zum Beispiel Lupinen, die ihre eigene Düngefabrik besitzen. Sie arbeiten mit Bakterien zusammen, sogenannten Knöllchenbakterien (Leguminosen)und reichern den Boden mit Stickstoff an, den sie aus der Luft binden und Pflanzen verfügbar machen. Zu den Stickstoffsammlern zählen Klee und Wicken, aber auch Erbsen und Bohnen aus dem Gemüsegarten gehören dazu. Andere Gründüngungspflanzen wie zum Beispiel schnell wachsender Senf werden zur Erholung des Bodens ausgesät. Die Wurzeln der Pflanzen gehen tief in die Erde und nehmen dort Nährstoffe auf, die vom Regen ausgewaschen wurden und von unseren Gartenpflanzen nicht mehr erreicht werden können. Durch das Abdecken des Bodens wird ein Austrocknen, Verschlämmen, Verkrusten oder Abtragen des Bodens verhindert. Das tiefe Durchwurzeln des Bodens sorgt dafür, dass verdichtete Böden wieder gelockert werden. In Neubaugebieten ist das eine gute Erstmaßnahme vor dem Anlegen der Gartenanlage. Die Bodenstruktur wird maßgeblich zum Positiven verändert. Der Anbau von Senf oder Ölrettich in Form der Gründüngung dient auch zur Bekämpfung von schädlichen Nematoden. Gründüngung unterstützt die Bildung von Humus und wirkt gegen Bodenerosion und das Auswaschen von Pflanzennährstoffen aus dem Boden. Durch die Verwendung schnellwachsender Pflanzen können unerwünschte Unkräuter unterdrückt werden. Den Pflanzen stehen rund 2.5 g Stickstoff pro m² zusätzlich zur Verfügung. Gründünger der winterhart ist, sollte gehäckselt werden und liegt dann wie Mulch auf den Boden. Pflanzen die verfrieren, brauchen nicht gehäckselt werden. Im Frühjahr sollten dann die Pflanzenreste in den Boden gearbeitet werden. Phacelia ist ein Gründung, der gleichzeitig als Bienenweide dient. Bei ca. -5 Grad erfrieren die Pflanzen und können als Mulchmaterial bis ins nächste Jahr liegen bleiben. Verschiedene Gründüngungsmischungen sind im Handel erhältlich. Abgestimmt sind sie meistens für schwere oder leichte Böden.

Grundsätzlich muss ich sagen, tut es dem Boden nicht gut, wenn er nach der Ernte umgebrochen wird und bis zur nächsten Pflanzung kahl bleibt. Ein Abmulchen nach der Ernte erhält den Boden fruchtbar. Der eine oder andere Gärtner muss da wohl über den eigenen Schatten springen, um die Gründlichkeit im Garten nicht zu genau zu nehmen. Die Bodenfruchtbarkeit ist ausschlaggebend für unsere Ernteerträge und die Pflanzengesundheit. Regelmäßiges Eintragen von Humus ist wichtig und sollte nicht unterschätzt werden. Ein schön gegrabener Acker ist nur für unsere Augen gut. Blanke schwarze Erde ist dem Wetter ausgesetzt, guter Mutterboden wird schneller abgetragen als er nachwachsen kann.

Ich hoffe, Euer langes Wochenende war schön. Wir starten nun in eine kurze Woche.

Viele Grüße. Euer Pflanzenarzt


Über Pflanzenarzt

Milch gegen Mehltau, Rainfarn gegen Läuse oder Neem gegen Raupen - wo andere die Giftspritze einsetzen würden, empfiehlt Pflanzenarzt Rene Wadas biologische Mittel. Wenn Schädlinge, Ungeziefer und Krankheiten den grünen Lieblingen der Gartenbesitzer zu schaffen machen, dann kommt Pflanzenarzt Rene Wadas zum Hausbesuch. Sein Motto: natürlich gärtnern. In seiner grünen Arzttasche findet er fast immer eine biologische und naturnahe Lösung, ganz ohne Gift und Chemie.

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