Gehört die Asche aus dem Kamin in die Gartenerde?

Liebe Pflanzenfreunde, jetzt zur Kalten Jahreszeit wird der Kamin wieder öfter angeheizt.


Da stellt sich die Frage, wohin mit der Asche. Bei Opa und Oma stellte sich die Frage nicht, die Asche wanderte auf die Gemüsebeete.

Zuerst müssen wir wissen was passiert eigentlich in unserem Ofen oder Kamin, wenn das Holz verbrennt. In unserem Kamin verbrennt das Holz mit höchstens 700 Grad, eher weniger. Je größer die Hitze je weniger Asche fällt an. Ist das Holz zu nass oder fehlt Luft verbrennt das Holz nur unvollständig. Dadurch entstehen Schadstoffe wie z. B. Dioxine und die Ofenscheiben verrußen. Der Schornsteinfeger kontrolliert deshalb immer das Brennholz und reinigt den Schornstein. Was da beim Reinigen anfällt, gehört auf keinen Fall in den Garten und sollte entsorgt werden.


Im Brennholz befinden sich viele Pflanzennährstoffe, die der Baum über Jahre gesammelt hat.

Beim Verbrennen verbleiben hohe Mengen an Kalium, Magnesium und Calcium in der Asche. Aber auch Phosphor, Mangan, Eisen, Schwefel, Silizium, Zink, Kupfer und Nickel bleiben erhalten. Schadstoffe wie Blei und Cadmium (Schwermetalle)sind je nach Holzart und Verbrennungstemperatur, mehr oder weniger enthalten. Asche wirkt stark basisch, darum hat man sie früher für saure Böden genutzt, um den PH-Wert anzuheben.

Asche mit Wasser vermischt bildet eine Lauge und sorgt dafür das Pflanzen und Bodenlebewesen Sterben.

Wie schon öfters erwähnt sind unsere Hausgärten durch regelmäßige Düngergaben auch Biodünger oder Kompost, mit Kali und Phosphor überversorgt. Wer Asche in den Garten bringt erhöht die Überversorgung.

  • Zuviel Phosphat verhindert die Aufnahme von Calcium, Eisen, und Mangan.
  • Zuviel Kali erschwert die Aufnahme von Calcium und Magnesium.
  • Je nach Herkunft des Holzes belastet die Asche die Böden unnötig mit Schwermetallen.
  • In sauren Böden sind Schwermetalle leicht löslich und werden von den Pflanzen aufgenommen.

Mangold, Spinat, Sellerie, Kohlarten nehmen gezielt Cadmium auf und reichern es im Pflanzengewebe an.

Meine Empfehlung ist:

Asche nur in kleinen Mengen in den Garten einbringen. Am besten nur auf ausgelaugten Böden, ansonsten in die Restmülltonne.

Viele Grüße und eine schöne Woche Euch allen.

Der Pflanzenarzt aus Börßum

9 Kommentare
  1. Toni Krause
    Toni Krause sagte:

    Meine Eltern beschäftigen sich derzeit mit dem Kaminbau. Wir haben und ebenfalls überlegt, die Asche nach dem Verbrennen immer im Garten zu verteilen. Danke für den Hinweis, dass man dies nur in kleinen Mengen verteilen sollte.

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  2. Heike
    Heike sagte:

    Vielen Dank für einen tollen Beitrag zur Verwendung von der Asche. Ich habe nicht gewusst, dass man die Asche für die Gemüsebeete verwenden kann. Bald möchten wir einen Kachelofen einbauen lassen und dann werde ich genug von dem natürlichen Dünger für meine Pflanzen haben.

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  3. Franziska Bergmann
    Franziska Bergmann sagte:

    Im Sommer möchten wir einen Kachelofen bauen und wissen noch nicht wie wir mit der anfallenden Asche umgehen sollen. Danke für die Erklärung, was beim Abbrennen von Holz erst einmal passiert. Ich werde darauf achten, die Asche in geringen Mengen im Garten einzubringen.

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  4. Neeltje
    Neeltje sagte:

    Nachdem wir vor einigen Wochen mit dem Kaminbau fertig geworden sind haben wir auch jede Menge Asche übrig. Ich habe mir dann überlegt diese in die Pflanzen zu geben. Aber ich denke nach der Lektüre des Artikels nun, dass dies in meinem Fall, wahrscheinlich auch eher zur Überversorgung führen wird.

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  5. Franziska Bergmann
    Franziska Bergmann sagte:

    Meine Schwester lässt sich dieses Jahr für den kommenden Winter einen Kamin bauen. Sie hatte mich dieselbe Frage gestellt, ob man die Asche in die Gartenerde tun sollte. Danke für die Aufklärung, dass nur geringe Mengen in den Garten gehören.

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  6. Luise Hanson
    Luise Hanson sagte:

    Wir haben im letzten Herbst unseren Kamin gekauft und ich war auch einige Male versucht, die Asche auf unsere Gemüsebeete zu streuen. Nachdem ich Ihren Artikel gelesen habe, werde ich lieber darauf verzichten. Vor allem die Ablagerung von Schwermetallen finde ich bedenklich und ich dünge den Boden lieber auf eine andere Art und Weise.

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  7. helga
    helga sagte:

    Eine gute Frage wir hier berührt, danke! Mir scheint, man muss das Heizholz richtig besorgen, dann kann die Asche in die Gartenerde. Von einem solchen Heizkamin träumen wir ja schon seit langem und in diesem Sommer möchten wir endlich unseren Traum verwirklichen. Der könnte zu einem Sammelort von uns allen werden. Auch zusätzliche Wärme könnte dem Heizsystem gute Hilfe leisten!

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  8. Margit Lange
    Margit Lange sagte:

    Meines Erachtens macht es aber Sinn, den Kompost mit guter pulverisierter (unverbrannter) Holzkohle anzureichern.

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