Erdbeerpflanzen – seit 1750 in unseren Gärten gepflanzt

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Wusstet ihr das die Erdbeerpflanze botanisch zu den Sammelnüssen und nicht zu den Beeren zählt? Erstaunlich! Nicht wahr?

Auch wir haben Erdbeeren im Garten. Obwohl ich, natürlich wie immer, viel zu tun habe, ist es Zeit für die Neupflanzung des Erdbeerfeldes fürs nächste Jahr. Umso früher ich die jungen Pflanzen setze, umso besser ist die Ernte im nächstem Jahr. Bis Ende Juli, Anfang August ist die beste Zeit. Im letzten Jahr habe ich den Zeitpunkt verpasst und dafür in diesem Jahr weniger geerntet. Aber ein kleiner und gleichzeitig großer Trost war, dass die Früchte dafür dieses Jahr größer waren! Für diesen Fall des späten Pflanzens wären Frigo Pflanzen das Richtige gewesen. Diese Pflanzen sind im Winter geerntet und gekühlt, um zeitversetzte Ernten zu erzielen. Diese lassen sich auch später pflanzen und so den Erntetermin ohne Einbußen nach hinten verschieben. Der Grund warum die Erdbeeren so früh angesetzt werden müssen ist, dass diese Zeit von den Pflanzen zur Anlegung von Blüten fürs nächste Jahr genutzt wird. Ab September ist die Zeit zu kurz und es werden keine Blüten angelegt und somit auch keine Früchte.

Auf unserem Hof nutzen wir unsere eigenen Pflanzen. Nach der Ernte bilden die Erdbeerpflanzen Ausläufer, die auch Kindel genannt werden. Diese jungen Pflanzen sollten mindestens drei voll ausgebildete Blätter haben und gut durchwurzelt sein. Ich pflanze sie in einem Reihenabstand von 60 cm und Pflanzabstand von jeweils 30 cm zwischen den einzelnen Pflanzen.

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Der Sohnemann hilft fleißig beim Spannen der Schnur.

Mit einem Reihenzieher klappt das sehr gut. Natürlich geht es auch mit einer Schnur, die gespannt wird, um gerade Reihen zu bekommen. Dies natürlich zum Wohle meiner Nachbarn, den Pflanzen ist es egal.  Die fertig gepflanzten Reihen müssen nun die nächsten 10 Tage feucht gehalten werden, so dass sie gut anwachsen. Mit tatkräftigen Händen kümmert sich meine Frau immer darum.

So eine Erdbeerpflanze trägt 2 bis höchstens 3 Jahre, dann muss Sie ausgewechselt werden. Auch für Erdbeeren gilt: nicht immer an die selbe Stelle pflanzen, um so Krankheiten aus dem Weg zu gehen!

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Im Bild links: eine ältere Pflanze aus den letzten Jahren, was an den dunklen Wurzeln zu erkennen ist. Im Bild recht vergleichsweise eine Jungpflanze, die weiße Wurzeln hat.

Nach dem ernten der Jungpflanzen vom Erdbeerfeld, kann dieses das nächste Jahr noch einmal Ertrag bringen. Ich entferne nach der Ernte nun alle Blätter der Mutterpflanzen, was ganz einfach mit dem Rasenmäher geht. Alle Blätter sind abgemäht und eventuelle Krankheitserreger sind nun im Auffangkorb meines Rasenmähers. Nun treiben die Erdbeerpflanzen mit frischen Blättern neu aus und garantieren im nächsten Jahr eine gesunde, leckere Ernte.

Wir haben die Sorte Senga Sengana, sie ist die Bekannteste Sorte im Garten. Sowohl im Geschmack als auch in der Verwendung der Früchte ist sie einfach unschlagbar. Der Ertrag ist gut und die Früchte leicht zu pflücken. Erdbeermarmelade, Kuchen oder einfach nur naschen – wir sind mit der Sorte sehr zufrieden. Es gibt eine Vielzahl von Sorten, die frühe, mittelfrühe oder auch späte Erdbeeren tragen. Im Internet gibt es eine große Auswahl, da heißt es einfach mal ausprobieren.

Ich wäre natürlich nicht der Pflanzenarzt, wenn ich nicht über ihre Krankheiten berichten würde!

Grundsätzlich sollten wir gesunde Pflanzen nutzen und setzen diese in einen humusreichen Gartenboden, der einen PH- Wert von 6.5 hat. Die Pflanzreihen sollten zudem unkrautfrei sein. Gedüngt wird mit am besten mit einem Naturdünger, wobei wir selber sehr gute Erfolge mit einem Schafwolldünger haben. Der Dünger sollte vor dem Pflanzen und im Frühjahr eingebracht werden.

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Die frisch gesetzten Reihen mit den Jungpflanzen

Krankheiten und Schädlinge, die unsere leckeren Pflanzen befallen können.

Erdbeerblütenstecher

Erdbeerblütenstecher gehören zu den Rüsselkäfern. Das Weibchen legt ihre Eier in die Blütenknospen und bringt diese durch anfressen zum Abfallen. Darin entwickeln sich dann die Larven, was zur Schädigungen und zum Verlust von Blütenknospen führt und damit zu erheblichem Ertragsausfall. Absammeln der vertrockneten Blüten, eine Behandlung mit Neem oder nach der Ernte eine Spritzung mit Rainfarn schafft Abhilfe gegen die Erdbeerblütenstecher.

Mehltau

Mehltau ist ein weißer mehliger Belag auf den Blättern, Blüten und Früchten.

Verunkrautete Beete und zu hohe Stickstoffgaben sind meistens die Auslöser dafür. Stickstoffgaben bedeutet, dass zu viel stickstoffhaltiger Volldünger, wie zum Beispiel Blaukorn, gegeben wird. Bei starkem Befall hilft eine Behandlung mit Netzschwefel. Wichtig nach der Ernte: die Blätter abmähen, sodass der Befall in der nächsten Saison nicht mehr da ist.

Weißfleckenkrankheit – Rotfleckenkrankheit

Bei der Weiß- und Rotfleckenkrankheit bilden sich auf den Blättern nach der Fruchtreife runde weiße oder rote Flecken mit einem braunroten Rand. Bei feuchter Witterung vergrößern sich die roten und weißen Flecke und gehen ineinander über. Die Blätter können dadurch vertrocknen und absterben, sodass die Pflanze dadurch immens geschwächt wird.

Hier hilft nur das Abmähen der Blätter und das darauffolgende Entsorgen. Der Neuaustrieb ist dann wieder gesund.

 

Wenn ihr noch weiter Fragen rund um die Erdbeeren habt, nutzt unsere Kommentarfunktion!

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