Die Frucht aus dem eigenen kleinen Paradies: „der Apfel“

Hallo liebe Gartenfreunde, nun ist er nicht mehr aufzuhalten: mit schnellen Schritten steht der Herbst vor der Tür. Das heißt auch es ist Apfelzeit. Ob kleiner oder großer Garten, Terrasse oder Balkon, jeder kann sein Paradies mit einem Apfelbaum genießen. Wie schön ist es, wenn ich durch meinen Garten schlendern kann und mal eben einen Apfel pflücke.

Für Jeden gibt´s den passenden Apfel, ob süß oder sauer, zum sofort essen, zum Kuchen backen, Einlagern oder für Apfelsaft. Der Apfel ist vielseitig und sooo gesund. Ein altes Sprichwort sagt: „One apple a day keeps the doctor away.“


Je nach Platz, der uns zur Verfügung steht, haben Apfelbäume unterschiedliche Baumformen. Diese unterscheiden sich u.a. durch die Stammhöhe. Die häufigsten Stammhöhen sind:

Der Apfelbusch, geeignet für den Kleingarten, hat eine Stammhöhe von ca. 60 cm und trägt schon nach dem zweiten Jahr Früchte. Er wird auf einer schwach wachsenden Unterlage veredelt, die den Baum klein hält (bis ca. vier Meter). Die Buschform wird 30 bis 50 Jahre alt.

Halbstämme haben eine Stammhöhe von ca. 120 cm und eignen sich für größere Gärten. Diese brauchen pro Baum eine Fläche von ca. 50m² . Bis zu ersten Ernte vergehen bis etwa sieben Jahre.

Hochstämme haben eine Stammhöhe von bis zu zwei Meter und eignen sich gut für Streuobstwiesen. Sie haben eine ausladende Krone und brauchen oft, je nach Sorten, mehrere Jahre, bis sie die ersten Früchte tragen. Wie die Halbstämme werden sie über 100 Jahre alt.

Hier gibt´s einen Link zu verschiedenen Apfelsorten: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Apfelsorten. Meine Lieblingssorte ist immer noch der Cox Orange, ein klassischer Tafelapfel – für viele der König der Äpfel. Erntereif ist er von September bis Ende Oktober, ist leicht süß- säuerlich im Geschmack und bei sorgfältiger Lagerung im kühlen, dunklen Keller hält er bis März.

Für Balkon oder Terrasse eignen sich Säulenbäume. Ohne Schnittmaßnahmen und in großen Kübeln gepflanzt kann im zweiten Jahr geerntet werden. Leider vergreisen diese hochgezüchteten Bäume nach einigen Jahren und tragen nicht mehr.

Gekaufte Äpfel sehen immer gesund aus, aber der Schein trügt! Wir wissen nicht, wie und mit was diese behandelt wurden. Unsere Äpfel im Garten haben schwarze oder graue Flecken. Das sind Schorfpilze, die je nach Witterung, mehr oder weniger auftreten, aber den Geschmack der Äpfel nicht beeinträchtigen. Resistente Sorten verhindern den starken Befall von Schorfpilzen. Ich zum Beispiel habe mir die Sorte „Rewena“ gepflanzt, eine Kreuzung mit meiner Lieblingssorte Cox Orange. Sie ist robust gegen Feuerbrand und Bakterienbrand und ist tolerant gegen Schorf. Auch in Spätfrostlagen trägt die Sorte gut. Sie hat außerdem eine gute Lagerfähigkeit.

Manchmal ist auch der Wurm drin! Die Made im Apfel kommt durch den Apfelwickler. Dieser frisst sich vom Fruchtfleisch in das Kerngehäuse. Der Apfelwickler bildet zwei Generationen im Jahr, die erste fliegt hauptsächlich im Mai und Juni, die zweite im August und September. Vor allem bei feucht- warmem Wetter sind die Apfelwickler aktiv. Die Falter legen bis zu 60 Eier auf den Früchten oder den Blättern der Obstbäume ab. Die Larven verpuppen sich um zu überwintern. Dieses geschieht bereits Ende Juli. Die Überwinterung erfolgt im Kokon, entweder in der Rinde der Bäume oder im Boden.

Fälschlicherweise werden Leimringe an den Apfelbäumen befestigt, um den Wickler aufzuhalten. Da der Apfelwickler fliegt, funktioniert diese Maßnahme bei ihm nicht. Nur gegen den Frostspanner ist der Leimring effektiv. Das Weibchen des Frostspanners geht im Herbst den Baumstamm hoch um ihre Eier abzulegen. Um dem Apfelwickler zu Leibe zu rücken, sollte in der Zeit der Verpuppung, Wellpappe um die Bäume gebunden werden, denn in die Hohlräume der Wellpappe ziehen sich die Wickler zurück und verpuppen sich. Mit dem Entfernen der Wellpappe im Winter ist ein Teil der Puppen entsorgt. Pheromonfallen, die in der Flugzeit der Wickler aufgehängt werden, locken die Männchen an. Die bleiben an den Fallen kleben und können die Weibchen nicht mehr befruchten. Am besten werden die Fallen nicht in den Apfelbaum , sondern 2-3 Meter vom Baum entfernt. So werden die Apfelwickler nicht in die Bäume gelockt, denn es gibt immer ein paar intelligente Männchen, die an der Falle vorbeifliegen. So können wir jedenfalls auf Chemie verzichten und ungespritztes Obst genießen.

Ich hoffe, ich habe euch Lust auf Apfel oder mehr gemacht. Für ein Dankeschön drückt „gefällt mir“. Und wenn ihr Ergänzungen habt, nutzt die Kommentarfunktion. Ich wünsche Euch eine sonnige Woche bis zum nächsten Mal.

Euer Pflanzenarzt.

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