Das Zusammenspiel der im Boden lebenden Tiere ist sehr wichtig

Wir Gärtner neigen dazu alles, was im Boden lebt und unsere mühevolle Gartenarbeit von unten angreift, als Bodenschädlinge zu bezeichnen.

In unseren Gartenböden sollte es aber nur so wimmeln von Lebewesen! Denn das ist der Indikator dafür, dass wir einen gesunden Gartenboden besitzen. Nur so können wir eine gute Ernte erwarten.Boden bearbeiten

Millionen von Pilzen und Bakterien, die wir mit unseren Augen nicht sehen können, tummeln sich  in einem Teelöffel voll Erde.

Aber auch Engerlinge, die sich von unten unsere Rasenwurzeln schmecken lassen und Maulwurfsgrillen, die aussehen, als kämen sie von einer anderen Welt, gehören zu unserem Gartenboden dazu.

Die Natur hat in ihrem ausgeklügeltem System Platz für alle geschaffen. Ich persönlich bin immer bereit, einen Teil meiner Ernte der Natur zu überlassen.

Jeder, der das ebenfalls tut, ist schon ein Stück weiter im ewigen Kampf um die besten Ernten einzufahren. Viele Bodenlebewesen werden von uns zu Schädlingen degradiert, weil wir uns zu wenig mit ihnen auseinandersetzen.

Im Laufe der Evolution der Pflanzen haben diese Möglichkeiten entwickelt, sich vor Fressfeinden zu schützen.Auch die Plagegeister haben gelernt, dass nicht alles schmeckt und verträglich ist.

Ein wichtiger Grund, dass sich Schädlinge nicht so schnell vermehren ist:

viele uns bekannte Gartenschädlinge haben sich auf bestimmte Pflanzen spezialisiert. Die beste Gegenmaßnahme ist  eine große Vielfalt an Pflanzen im Garten anzusiedeln. Auch der Rainfarn (Tanacetum vulgare) sollte in keinem Garten fehlen. Diese zu den Chrysanthemen gehörende Pflanze streckt ihre leuchtend gelben Blütenköpfe ab Frühsommer immer gen Süden. Eine ihrer Inhaltsstoffe ist das Pyrethrin. Gelöst in Brühen oder Tees vertreibt es so manche saugende und beißende Plagegeister. Mischkulturen, wie sie schon unsere Großeltern in ihren Gärten angelegt haben um ihre Familien zu ernähren, ist ein Garant für gesunde Erträge. Sie hatten nicht die Möglichkeit mal eben in ein Gartencenter zu gehen und ein Mittelchen zu kaufen.

Regenwurm

Lernen wir von den Pflanzen, verstehen wir auch diese zu schützen ohne unsere Umwelt zu belasten.

Einige Bodenlebewesen haben wir unwissend aus unseren Gärten vertrieben, ohne die daraus resultierenden Konsequenzen zu beachten. Haben wir eines vertrieben, wird sich ein anderes dafür vermehren. Spreche ich mit Landwirten oder Gärtnerkollegen, gehören die Drahtwürmer zu den größten Übeltätern im Boden./auf Ackerflächen

Der Drahtwurm ist die Larve des Saatschnellkäfers Agriotes lineatus.

 Gut zu erkennen an den längs verlaufenden Linien auf den Flügeldecken. Der ovale Körper ist 7-10 mm groß. Er heißt Schnellkäfer, weil er schlagartig mit einem Klick- Geräusch in die Luft schnellt und sich umdreht, sollte er auf dem Rücken liegen. Die Käfer mögen Blätter von Leguminosen (Schmetterlingsblütlern), Bohnen, Lupinen, Klee und Gräsern. Den Schaden, den die Käfer in unseren Gärten verursachen, sind eher unbedeutend.                                                                                                          Vor der Larve dieses Käfers fürchten sich allerdings viele Gärtner. Die ca. 2,5 cm großen Larven ähneln einem Stück Draht und werden daher Drahtwürmer genannt. Sie leben im Boden und brauchen 3-5 Jahre um sich zu verpuppen. In dieser Zeit fressen sie im Erdreich zunächst abgestorbenes Pflanzenmaterial, später aber auch lebende Pflanzen, weshalb sie so unbeliebt sind. Am liebsten mögen sie Weizen, Mohrrüben, Kartoffeln und andere Wurzelgemüse. Am wohlsten fühlen sie sich auf feuchtem Grünland, auf umgebrochenem Gartenland mit Gründung sind sie daher oft anzutreffen.

Ich werde häufig gefragt, was man gegen diese Plagegeister tun kann. Erstmal müssen wir schauen, warum es so viele Drahtwürmer gibt. Es gibt eine Menge natürliche Faktoren, die dafür Sorge tragen, ob es mehr oder weniger Fraßschäden an den Pflanzen gibt.

Drahtwurm

  1. Ist das Gartenland frisch umgegraben war dort vorher eine Wiese.
  2. Habe ich Klee als Gründung eingesetzt.
  3. Ist der PH-Wert des Bodens in Ordnung. Drahtwürmer lieben sauren Boden.
  4. Ist der Boden sehr feucht.
  5. Wie sieht es mit der Artenvielfalt in meinen Garten aus.

So eine knackige Larve, voll mit Proteinen, ist ein toller Snack für einige Gartengenossen. Natürliche Feinde sind, Eidechsen, Spitzmäuse, Igel, Maulwurf, Maulwurfsgrille, Vögel und auch Hühner, die genau wissen, was ihnen schmeckt. Wenn wir diesen Nützlingen Raum im Garten geben, reduziert sich der Bestand der Schädlinge meist auf eine erträgliche Größe. Sollte es doch mal notwendig sein, eingreifen zu müssen, kann ich das mit folgenden natürlichen Mitteln tun.

  1. Einbringen von Gartenkalk reguliert den PH- Wert und der Wohlfühlfaktor ist gestört.
  2. Bei starkem Befall auf Gründung verzichtet = weniger Nahrung.
  3. Ringelblumen und Tagetes zwischen die Kulturen setzen, die Larven knabbern an den Wurzeln und sterben.
  4. Nach dem Umgraben von Rasenflächen erst Tagetes oder Ringelblumen als Zwischenfrucht sähen.
  5. Mulchen mit Wurmfarn aus dem eigenen Garten.
  6. Halbe Kartoffeln oder Mohrrüben als Fangpflanze in den Boden Graben. Die Laven bohren sich in die Wurzelknollen, später werden sie wieder ausgegraben und an die Hühner verfüttert.

Das Zusammenspiel der im Boden lebenden Tiere ist sehr wichtig

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